Gelenkersatz bei Knochenbruch

Autor:  Dr. Andreas Klonz, ATOS-Praxisklinik 

 

In besonderen Situationen wird bei komplizierten Knochenbrüchen im Bereich eines Gelenkes ein sofortiger Ersatz mit einem Kunstgelenk (Endoprothese) erforderlich. Dieses Vorgehen führt in den allermeisten Fällen zu guten und sehr guten funktionellen Ergebnissen. Auf Grund des inzwischen ausgefeilten Prothesendesigns handelt es sich dabei um eine wirklich langfristige Lösung.

In Frage kommt diese Behandlung insbesondere im Bereich des Hüftgelenkes bei der sogenannten Schenkelhalsfraktur, etwas seltener im Bereich der Schulter bei Oberarmkopfbruch und am Ellenbogen bei komplizierten Brüchen. Die Notwendigkeit der Implantation eines Kunstgelenks ergibt sich immer dann, wenn Gelenkfläche und -knorpel zerstört sind und/oder die Durchblutung des Gelenkes durch den Bruch zerstört ist.

 

Stark verschobene Schenkelhalsfraktur auf der linken Seite. Die Durchblutung des Hüftkopfes ist zerstört.
Implantation einer unzementierten Hüfttotalendoprothese mit sehr gutem funktionellem Resultat.
Hintere Luxationsfraktur der Schulter mit Zerstörung der Gelenkfläche und Unterbrechung der Durchblutung bei einem 42-jährigen Patienten.
Ersatz des Oberarmkopfes durch eine Prothese mit ausgezeichnetem Ergebnis.
Nahezu kein funktionelles Defizit im Vergleich zur gesunden Seite.
56-jährige Patientin mit Luxation des Ellenbogens mit Zerstörung des Speichenköpfchens (Radiusköpfchens) und Zerreissung der Bänder.
Implantation einer Radiusköpfchenprothese.
Das Ellenbogengelenk ist stabil ausgeheilt, minimale Bewegungseinschränkung von 10 Grad.

 

Zertrümmerung der Gelenkfläche des Ellenbogens bei einer 75-jährigen Patientin.
Hier wurde eine teilgekoppelte Ellenbogenprothese eingesetzt.